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Ratgeber

Altgeräte sicher löschen

Bei Festplatten denkt jeder ans Löschen. Die Lücken entstehen woanders: in Tischtelefonen, Druckern, Netzwerkgeräten oder in Speichern, die direkt auf dem Mainboard sitzen. Hier lesen Sie, wo wir in der Praxis immer wieder Daten finden und wie Sie sie sicher entfernen.
rbit-Ratgeber · Stand: Oktober 2026
Geöffnete Festplatte

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüffrage: Könnten Sie das Gerät so, wie es ist, einer fremden Person in die Hand drücken, ohne Bauchweh zu bekommen?
  • Telefone, Drucker und Netzwerkgeräte speichern Zugangsdaten und Konfigurationen, mit denen Angreifer etwas anfangen können.
  • SSDs löschen Sie mit den eingebauten Löschbefehlen oder per Crypto Erase, nicht durch bloßes Überschreiben.
  • Jede Löschung gehört ins Protokoll, je Datenträger mit Seriennummer.

Wo Daten stecken, an die keiner denkt

Die Grundsätze des Datenschutzes kennen Sie. Die Stolpersteine verstecken sich im Detail. Ein Auszug aus unserer Praxis:

Telefonanlagen und Tischtelefone

Sie enthalten oft die Konfiguration Ihrer SIP-Trunks. Mit diesen Zugangsdaten können Betrüger auf Ihre Kosten teure Mehrwertnummern im Ausland anrufen oder eingehende Gespräche protokollieren. Viele Telefone haben keine Funktion zum sicheren Löschen. Setzen Sie sie auf Werkseinstellungen zurück und ändern Sie die SIP-Zugangsdaten in Ihrer Telefonanlage.

Drucker und Multifunktionsgeräte

Größere Geräte haben oft einen eigenen Datenspeicher, um umfangreiche Druckaufträge zwischenzuspeichern. Das Zurücksetzen der Einstellungen leert ihn nicht. Darauf können noch Aufträge liegen, etwa vertrauliche Handbücher oder Verfahrensanweisungen. Dazu kommen Adressbücher und Zugangsdaten für Scan-to-Mail.

Server: DOM und eMMC

Neben den Festplatten sitzen in manchen Servern kleine Speicher direkt auf dem Mainboard oder am SATA-Port, etwa Disk on Module (DOM) oder eMMC. Hersteller installieren darauf gern das Betriebssystem. Dessen Konfiguration kann VPN-Zugänge, Passwörter und IP-Einstellungen enthalten.

Netzwerktechnik

Router, Switches, Firewalls und WLAN-Access-Points speichern ihre Konfiguration mit Passwörtern, VPN-Schlüsseln und internen Adressen. Löschen Sie die Konfiguration vollständig, setzen Sie das Gerät auf Werkseinstellungen zurück und ändern Sie Schlüssel, die darauf lagen.

Laptops und PCs

Neben der SSD zählen Verwaltungsdaten. Melden Sie Geräte vor dem Verkauf aus Windows Autopilot und Ihrer Geräteverwaltung ab, sonst landet der neue Besitzer bei der Einrichtung in Ihrer Firmenanmeldung. Entfernen Sie außerdem BIOS-Passwörter.

Apple-Geräte

Macs, iPhones und iPads müssen erst aus der Aktivierungssperre und danach aus Apple Business (früher Apple Business Manager) freigegeben werden. Sonst blockiert die Aktivierungssperre die Einrichtung, oder das Gerät meldet sich beim neuen Besitzer in Ihrer Geräteverwaltung an.

So löschen Sie richtig

Der US-Standard NIST SP 800-88 ist international die gängige Referenz für das Löschen von Datenträgern. Die aktuelle Fassung (Revision 2 vom September 2025) unterscheidet drei Stufen:

Clear

Die Daten werden mit normalen Schreibbefehlen überschrieben, meist in einem einzigen Durchlauf. Das schützt vor einfachen Wiederherstellungsversuchen, etwa mit gängiger Software. Mehrfaches Überschreiben ist laut NIST unnötig und kann bei Flash-Speichern die Lebensdauer deutlich verkürzen.

Purge

Die Daten werden so entfernt, dass sie auch mit Laborverfahren nicht wiederherstellbar sind, etwa über die Sanitize-Befehle der Laufwerke oder per Crypto Erase. Bei beiden Verfahren bleibt der Datenträger intakt und lässt sich weiterverkaufen.

Destroy

Der Datenträger wird physisch zerstört. Das ist der Weg für Medien, die sich nicht löschen lassen, etwa defekte Festplatten. Der Restwert ist damit allerdings weg.
Bei SSDs reicht klassisches Überschreiben nicht zuverlässig, weil der Controller die Daten intern verteilt und Reservebereiche nutzt. Der richtige Weg ist der eingebaute Sanitize-Befehl, den viele SATA- und NVMe-SSDs unterstützen, oder Crypto Erase bei Laufwerken, die alle Daten verschlüsseln. Das ältere ATA Secure Erase gilt bei SSDs nur als Clear.
Für Laptops, Desktops und Server gibt es spezialisierte Löschsoftware. Kostenlose Versionen sind oft eingeschränkt, etwa bei Kapazität, Geschwindigkeit, Löschverfahren oder Löschprotokoll, und häufig nur für die private Nutzung freigegeben. Rechnen Sie den Zeitaufwand durch: Bei 30 MB/s dauert ein Durchlauf für eine 2-TB-Festplatte rund 18,5 Stunden. Wer regelmäßig löscht, fährt mit einer Lizenz besser, die mehrere Platten gleichzeitig löscht und sich an beliebig vielen Geräten nutzen lässt. Dann müssen Sie die Datenträger auch nicht ausbauen.

Was ins Löschprotokoll gehört

  • Gerät und Datenträger mit Hersteller, Modell und Seriennummer
  • Löschmethode und verwendete Software
  • Ergebnis der Prüfung: erfolgreich gelöscht oder nicht
  • Datum und wer gelöscht hat
  • Bei nicht löschbaren Datenträgern: wie sie unbrauchbar gemacht wurden
Markieren Sie gelöschte und geprüfte Geräte zusätzlich mit einem Aufkleber. Eine einfache Regel wie „Ohne Aufkleber wird nichts verpackt“ verhindert, dass ungelöschte Geräte das Haus verlassen.

So machen wir es bei rbit

Wir löschen mit der ADISA-geprüften Software EraseIT von Cedar nach NIST SP 800-88 und dokumentieren jeden Datenträger im Löschprotokoll. Was sich nicht löschen lässt, machen wir unbrauchbar und dokumentieren das mit Fotos. Auf Wunsch schließen wir einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO ab.

Löschen lassen statt selbst löschen?

Wir löschen jeden Datenträger mit der ADISA-geprüften Software EraseIT nach NIST SP 800-88 und geben Ihnen das Protokoll. Auf Wunsch mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

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